Morphologie

Generative Merkmale

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Sprosse

    • Pflanzen ausdauernd, 10–60(–80) cm hoch, mit tief wurzelnden Rhizomen.
    • Sprosse sommergrün, aufgebrochene Sprossinternodien mit weissem Gewebestrang («Hühnerdarm»); Seitenäste waagrecht abstehend oder leicht nickend.
    • Fertile und sterile Sprosse gleichzeitig oder fertile Sprosse kurz vor den sterilen erscheinend.
    • Sterile Sprosse hellgrün, 2–3 mm dick; mit 2- bis 3-mal verzweigten, 4- bis 5-kantigen Seitenästen; Sprossinternodien v.a. in der oberen Hälfte mit auffallenden, hohen Silikathöckern.
    • Fertile Sprosse weisslich bis hellbraun, glatt, 3–5 mm dick; während oder nach der Sporenreife 2- bis 3-mal verzweigte Seitenäste bildend und grün und nur leicht rau werdend (Silikathöcker kürzer als bei den sterilen Trieben).
    • Asthülle (Ochreole) zuerst beige, bald braun.

    Junger steriler Spross. Gurnigel (BE), 3.8.2019 (francoisealsaker)

    Sörenberg (LU), 22.7.2019 (francoisealsaker)

    Tévenon (VD), 31.5.2025 (Murel Bendel)

    Rossweid, Sörenberg (LU), 22.7.2019 (francoisealsaker)

    Steriler Spross. Rossweid, Sörenberg (LU), 22.7.2019 (francoisealsaker)

    Meikirch (BE), 4.7.2019 (francoisealsaker)

    Rossweid, Sörenberg (LU), 22.7.2019 (francoisealsaker)

    Sörenberg (LU), 22.7.2019 (francoisealsaker)

    Hub b. Krauchthal (BE), 25.7.2019 (francoisealsaker)

    Seitenäste 2- bis 3-mal verzweigt. Meikirch (BE), 4.7.2019 (francoisealsaker)

    Tévenon (VD), 31.5.2025 (Muriel Bendel)

    Fertiler Spross mit ± glattem Internodium. Frauenkappelen (BE), 11.7.2026 (Muriel Bendel)

    Braune Asthüllen (Ochreolen). Frauenkappelen (BE), 11.7.2026 (Muriel Bendel)

    Aufgebrochener Spross mit weissem Gewebestrang («Hühnerdarm»). Frauenkappelen (BE), 11.7.2026 (Muriel Bendel)

  • Blattscheiden

    • Blattscheiden grün; Zähne nicht frei, sondern zu 2 bis 6 braunen, etwas häutigen Lappen verwachsen.

    7.5.2020 (francoisealsaker)

    Tévenon (VD), 31.5.2025 (Muriel Bendel)

    Hub b. Krauchthal (BE), 25.7.2019 (francoisealsaker)

    Tévenon (VD), 31.5.2025 (Muriel Bendel)

    7.5.2020 (francoisealsaker)

    Tévenon (VD), 31.5.2025 (Muriel Bendel)

    4.7.2019 (francoisealsaker)

    Frauenkappelen (BE), 25.5.2026 (Muriel Bendel)

  • Zentralhöhle

    • Anteil der Zentralhöhle am Durchmesser der Sprossinternodien: ½ des Durchmessers.

    Zentralhöhle ½ des Sprossdurchmessers einnehmend. 12.7.2019 (francoisealsaker)

Lebensraum

Auf feuchten bis nassen, meist sauren Böden; Wälder, Moore, Weiden.

Verbreitung

Eurasiatisch-nordamerikanisch.

Verbreitungskarte auf POWO.

Mögliche Verwechslung

Gelegentlich können v.a. Schattenformen des Acker-Schachtelhalms (Equisetum arvense), Wiesen-Schachtelhalms (Equisetum pratense) und Sumpf-Schachtelhalms (Equisetum palustre) verzweigte Seitenäste bilden → auf die für den Wald-Schachtelhalm (Equisetum sylvaticum) typischen gruppenweise verwachsenen, braunen Zähne der Blattscheiden achten.

Autor*in: Muriel Bendel
Stand: 20. Januar 2026

Forum

Bilder aus der Community

Diskussionen der Community

„Hühnerdarm“ gibts nicht nur beim Hühnerdarm (Stellaria media aggr.)…

... sondern u.a. auch bei einigen Schachtelhalmen.
Der "Hühnerdarm" ist der weissliche, zylindrische Gewebestrang, welcher bei aufgebrochenen Sprossen zum Vorschein kommt. 

Konkret haben in der Untergattung Equisetum alle Arten einen weisslichen Gewebestrang – ausser der Schlamm-Schachtelhalm (Equisetum fluviatile). Bei diesem lassen sich die Sprosse einfach brechen, ohne dass etwas Auffallendes (abgesehen von der grossen Zentralhöhle) zu sehen ist. 

Das Fehlen eines weisslichen Gewebestranges lässt sich bei der Suche nach Hybriden mit Equisetum fluviatile ausnutzen:

  • Ufer-Schachtelhalm: Equisetum × litorale (Equisetum arvense × fluviatile) und
  • Dyce-Schachtelhalm: Equisetum × dycei (Equisetum fluviatile × palustre) 

besitzen wie Equisetum fluviatile keinen weissen Gewebestrang. 

Die erste Hybride sollte auch in der Schweiz ab und an vorkommen (nicht nur in DE: https://www.floraweb.de/php/artenhome.php?name-use-id=2145) und ist vermutlich deutlich unterkartiert. Gesehen hab ich diese Hybride aber noch nie, nur unzählige Male komische, gross gewachsene Acker-Schachtelhalm Pflanzen verdächtigt...

Hat jemand den Ufer-Schachtelhalm (Equisetum × litorale) in der CH gefunden? Und hat jemand Fotos dieser Hybride?

Bin gespannt, so unglaublich selten sollte der Ufer-Schachtelhalm in der CH nicht sein…
Herzliche Grüsse, Muriel

zur Diskussion